Jenseitserfahrung

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Ich sah den Himmel

Es ist das Jahr 1996.

Ich liege in einem Krankenhaus und habe das Gefühl, daß alles keinen Sinn mehr hat. Mir dreht sich der Magen um, wenn ich an die letzten 2 Jahre denke. Wieviel  Leid, kann ein Mensch ertragen? Gibt es noch Hoffnung, kann ich es mir erlauben, noch Hoffnung zu haben? Gott, wo bist Du, gibt es Dich? Wenn ja, dann hilf mir, gesund zu werden, ich brauche Dich jetzt mehr, denn je.

Gott antwortet mir nicht. Bis auf ein paar Geräuschen im Flur ,ist alles still. Es geht mir nicht gut, meine Gelenke schmerzen stark und mein Unterleib tut weh. Lange nicht mehr, denke ich, dann bin ich auch die dritte Zyste los.

Eine Schwester kommt in mein Zimmer und gibt mir eine Beruhigungstablette," zur Vorbereitung auf die OP" sagt sie. Ich lasse es geschehen, bin hilflos, bin wehrlos. Es dauert nicht lange und ich werde ruhiger ,ja sogar etwas euphorisch. Das Medikament zeigt seine Wirkung. Mir geht es besser, ich rufe noch ein paar Leute an und bin wie aufgedreht. Wenigstens hab ich nun keine Angst mehr. Alles ist mir egal. Wenn ich dieses Gefühl doch nur öfters hätte. Ich will schlafen, das Leben an mir vorbeirauschen lassen, ich habe die Nächte lieben gelernt. Wenn ich nur noch schlafen würde und in etwa 3 Jahren aufwache, ist vielleicht alles vorbei. Doch diesmal klappt es nicht, ich bin immer noch überdreht, was haben die mir nur gegeben? Das Leben kommt mir vor, wie eine einzige Komödie, in der ich die Hauptrolle spiele. Ich frage mich, was passiert, wenn ich den Text vergesse.

Mehrere Schwestern kommen schnatternd in mein Zimmer:       „Na junge Frau, dann wollen wir mal.“ Sie reden mit mir, als sei ich fünf. Unglaublich. Dann fahren sie mich mit meinem Bett  aus dem Zimmer, den Flur entlang und dann rein in den Fahrstuhl. Es geht ein paar Etagen tiefer. Die Schwestern unterhalten sich weiter, es geht um Belangloses, wenn ich nur ihre Probleme hätte.. Irgendwann sind wir da. Sie stellen mich vor dem OP-Saal ab und verschwinden. Die Tür ist offen, ich höre das Klappern der Instrumente, die Stimmen der Ärzte. Jetzt krieg ich doch die Panik, die Tablette wirkt wohl nicht mehr. Wäre besser gewesen, sie hätten mir gleich zwei davon gegeben. Das überleb ich nicht.

Ein Arzt kommt und tauscht meinen weißen Kittel, gegen einen grünen aus. Jetzt sehe ich aus wie er - welch ein Irrsinn. Ich lasse mich von ihm in den OP fahren. Mein ganzer Körper zittert, mein Herz springt mir fast aus der Brust. Sie heben mich hoch und setzen mich breibeinig in eine Art Stuhl. Mir wird im Arm eine Kanüle gelegt und dabei machen sie ihre Späße, um mich aufzumuntern. Ich kann nicht lachen. Ich fühle mich, wie auf einer Schlachtbank, wie ein Tier bei einer Massenabfertigung. Damit ich es endlich hinter mir habe, bitte ich den Arzt, mir so schnell, wie möglich, die Narkose zu geben. Sie spritzen mir etwas in den Arm, doch ich bin immer noch wach. Wann passiert es endlich? Dann spritzen sie mir nochmal was und ich spüre, wie ich verschwinde.

Ich werde wach. Wo bin ich? Überall sehe ich Zahlen vor mir, ich habe noch nie so viele Zahlen auf einmal gesehen. Was hat das zu bedeuten? Ich erinnere mich, daß ich grad noch im OP war. Ich bin da, doch ich fühle keinen Körper. Es ist real, aber wo? Eine andere Wirklichkeit? Die Zahlen verschwinden nun und ich sehe ein Licht über mir, es füllt den ganzen Horizont aus. Eine Welt in den schönsten Farben, magisch ziehen sie mich an. Wenn es Wunder gibt, dann muß dies jetzt eines sein. Ich bin so ruhig und gelassen, nehme die Eindrücke war, wie eine schöne Melodie.

Mich überfällt die innere Gewißheit, daß ich tot bin. Ich weiß, daß das der Tod ist und doch fühle mich nicht schlecht. Ich fühle mich wie ein Beobachter und Anwesender zugleich. Ich empfinde keine Trauer, auch nicht, um meine Lieben. Alles ist so anders hier, es existiert kein Schmerz, ich bin frei und schwebe irgendwo zwischen den Welten. Ich bin nur mein Geist. Ich fühle, daß ich etwas erlebe, was ich für unmöglich hielt. Und nun erlebe ausgerechnet ich es. Ein merkwürdiges Gefühl breitet sich in mir aus. Ich muß hier wieder weg. Ich kann doch nicht sterben, bevor ich anderen davon erzählt hab. Da wo ich herkomme, weiß sicher niemand von dieser Welt hier. Aber sie müssen es wissen, müssen es erfahren! Sie reden zwar davon, aber ich erlebe es gerade! Ich habe den Wunsch, diesen Ort zu verlassen, nicht, weil es hier nicht schön ist, sondern weil ich mich anderen mitteilen will. Er verfolgt mich regelrecht. Ich muß es ihnen sagen, ich muß es ihnen sagen. Seltsam, daß mir nur dieser eine Gedanke durch den Kopf geht, müßten es nicht andere sein, wenn man tot ist?

Plötzlich spricht das Licht zu mir. Ich höre keine Stimme und doch versteh ich jedes Wort. Wir unterhalten uns auf mentaler Ebene. Es sagt: "Du wirst hier nicht bleiben". Ich frage nach dem Warum, obwohl ich die Antwort schon kenne. Es antwortet: "Weil Du zurückgehen wirst. Berichte allen von Deinem Erlebnis und davon, was Du gesehen hast. Erzähle ihnen von dieser Welt. Du weißt alles, was Du wissen mußt. Du trägst es in Dir."

"Dies ist Deine Aufgabe, Deine Mission. Geh nun, aber vergiß mich nicht". Wir verabschieden uns. Für eine kurze Zeit nehme ich nochmal die prächtigsten Farben um mich herum war und bade mich in ihrem Schein, fühl mich wohl und geborgen. Dann verlasse ich diese fremde und doch so vertraute Welt, ohne zu wissen, wann ich sie wiederseh.

Mein ganzer Körper schmerzt. Ich lebe. Ich bin aus der Narkose erwacht. In meiner Kehle steckt ein Schlauch. Es tut so weh. Ich kann nicht atmen und doch lebe ich. Ich spüre meinen Körper nicht, ich kann mich nicht bewegen. Ich versuche, mich bemerkbar zu machen, zu reden. Ich will, daß das aufhört, ich glaube, ich ersticke .Die Ärzte bemerken mich, können verstehen, was ich sage. Sie laufen hin und her, keiner weiß, warum ich mich nicht bewegen kann, sie finden keine Erklärung dafür. Was ist los mit mir? Helft mir, bitte.. Dann bin ich weg.

Wieder werde ich wach, mein Bauch tut so weh. Ich öffne die Augen und sehe meine Mutter und meinen Freund. Sie sitzen an meinem Bett und sehn mich mitfühlend an. Ich merke, daß sie sich Sorgen machen. An meinem Bett, steht so ein seltsamer Apparat mit lauter Schläuchen. Einer davon, steckt in meinem Arm. Ich fühle meinen Körper, ich kann mich wieder bewegen, Gott sei Dank. Ich spüre, daß mit meinem Bauch etwas nicht stimmt, ich sehe, wie ein Schlauch voller Blut darin steckt. Mir wird übel, ich glaub ich muß mich übergeben. Mein Freund redet mir gut zu. Alles wird gut. Er hält meine Hand. Dann kommt der Arzt.Er erzählt mir, daß ich nun auch keinen Blinddarm mehr habe. Ich realisiere es kaum. Er fragt, was los war und ob ich nun meinen Körper spüre. Ich nicke. Plötzlich fällt mir alles wieder ein. Alles. Was habe ich erlebt, was war das? Blos nicht darüber nachdenken. Besser, ich vergesse es und rede mit niemanden darüber. Ich tue es einfach als einen Traum ab, obwohl ich nicht weiß, ob man während einer Narkose überhaupt träumt. Dann bin ich eben die Erste. Ich werde meinem Tagebuch davon erzählen. Da ist es sicher. Sonst erklären mich alle noch für verrückt. Vielleicht bin ich es ja auch..

 

Dies alles, ist jetzt genau 8 Jahre her. Und ich habe es nicht vergessen. Heute weiß ich, daß dieses Erlebniss eine größere Bedeutung hatte, als ich damals auch nur erahnen konnte.

Ich habe etwas erlebt, das nicht jedem zuteil wird. Mit dieser Geschichte, starte ich einen Versuch, meine Mission doch noch zu erfüllen. Ich will es allen erzählen. Ich bin dankbar, daß ich dies erleben durfte.

Seit damals, hat sich mein Leben sehr verändert, denn die Spiritualität ist in mein Leben getreten. Alles, woran ich vorher geglaubt habe, erscheint mir plötzlich als nicht mehr so wichtig.

Ich weiß, daß es zwischen Himmel und Erde Dinge gibt, die man nicht erklären kann. Es gibt viele Menschen, die mit meiner Spiritualität nicht zurechtkommen. Sie haben Angst, vor dem Unbekannten, oder auch davor, in mir eines Tages nicht mehr die Person vorzufinden, die ich einmal war. Sie denken, ich könnte vom Wege abkommen. Menschen lieben die Gewohnheit, alles, was sie nicht kennen, verurteilen sie. Dahinter verbergen sich Ängste, Angst vor Verlust, vor Veränderung. Doch wir brauchen manchmal Veränderungen in unserem Leben. Wir müssen loslassen können, von alten Vorstellungen, um das Leben zu finden. Nein, ich komme nicht von meinem Weg ab, denn ich habe ihn gerade gefunden - meinen Weg. Ich sehe ein Licht, am Ende des Tunnels, auch wenn es noch weit entfernt ist. Nun ja und der Mensch, der ich war, bin ich wirklich nicht mehr, denn nun bin ich von Tag zu Tag immer mehr ich selbst. Ich brauche keine Gurus und keine Kirchen, ja ich brauche nicht einmal die Erleuchtung. Die kommt noch früh genug. Jetzt suche ich erst mal das Leben und die Spiritualität, wird mich dabei begleiten, sowie viele Menschen, denen ich unendlich dankbar bin, daß es sie gibt.

Und nun habe ich noch eine Botschaft an Euch alle:

Egal woher Ihr kommt, oder wohin Ihr geht, hört immer auf Euer Herz. Ob Ihr spirituell seid, oder nicht, spielt dabei überhaupt keine Rolle. In Eurem Herzen, liegt Eure Wahrheit! Denkt niemals, daß Ihr etwas falsch macht, was aus Eurem Gefühl heraus stimmig ist. Kein Mensch auf der ganzen Welt weiß es so gut wie Ihr, wo Euer Weg liegt. Wenn Ihr Träume habt, verwirklicht sie! Kein Traum ist es nicht wert, gelebt zu werden, wie merkwürdig er anderen auch erscheinen mag. Macht Euch frei für die Liebe, die in Euch wohnt. Auch wenn Ihr glaubt, Ihr seid allein, so seid Ihr es dennoch nicht, denn Euer Herz ist voll von Liebe, die Ihr Euch selbst geben könnt. Ihr müßt nur frei werden, sie in Euch zu finden!

Ein wahrer Erfahrungsbericht von Kathrin Kuberski

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